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Birgit M.

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Dienstag, 18. Februar 2014, 20:21

Ärzte Zeitung - Leitartikel zur Ernährung

Ärzte Zeitung online, 13.02.2014

Leitartikel zur Ernährung
Viele Studien mit wenig Nährwert

Untersuchungen, wie man sich gesund essen kann, gibt es im Überfluss. Doch die meisten sind mit größter Vorsicht zu genießen. Und wollte man wirklich wissen, welche Ernährung die Gesundheit schützt, bräuchte es riesige, teure Studien. Bloß würden die auch unsere Ernährungsweise verändern? Von Beate Schumacher

Das Risiko für Myokardinfarkt und Schlaganfall lässt sich um 39 Prozent senken, wenn man täglich acht Gramm Schokolade nascht. Alternativ kann man auch Nüsse knabbern - damit geht die Herzinfarktrate um 48 Prozent zurück. Oder wenigstens einmal in der Woche fetten Fisch auf den Tisch bringen: macht 44 Prozent weniger Infarkte.

Und was ließe sich erst mit der Tripel-Diät bewirken? Vermutlich ernüchternd wenig, ebenso wie mit den einzelnen Komponenten, sofern sie unter kontrollierten Bedingungen getestet würden. Die genannten und vielfach berichteten relativen Risikoreduktionen stammen nämlich aus Beobachtungsstudien, die solche Schlussfolgerungen eigentlich gar nicht zulassen.

Mithilfe von Beobachtungsstudien kann nur festgestellt werden, ob zwei Konstellationen besonders häufig gemeinsam auftreten. Aus einem solchen Zusammentreffen lässt sich aber kein ursächlicher Zusammenhang ableiten. Wenn eine Beobachtungsstudie ergibt, dass ältere Männer, die das Frühstück ausfallen lassen, häufiger einen Herzinfarkt erleiden, bedeutet dies eben nicht, dass Frühstücken vor dem Infarkt schützt.

Möglicherweise nehmen sich gestresste und daher infarktgefährdete Menschen einfach nur nicht die Zeit für eine Morgenmahlzeit. Solche Korrelationen zu Kausalitäten umzudeuten, ist unzulässig, wird aber trotzdem häufig gemacht.

Damit die Ernährungsforschung ernst zu nehmende Ergebnisse hervorbringt, braucht sie mehr randomisierte kontrollierte Studien. Ein Garant für valide reproduzierbare Ergebnisse sind sie jedoch auch nicht.

Ein Beispiel: die im letzten Jahr veröffentlichte PREDIMED-Studie, der zufolge eine mediterrane Diät plus eine Extraportion Olivenöl oder Nüsse das relative Risiko für ein schweres kardiovaskuläres Ereignis um 30 Prozent senkt. Die Effektgröße ist laut Ioannidis "wahrscheinlich stark übertrieben".

Schuld an diesen und ähnlichen Ergebnissen könnten der frühzeitige Studienabbruch, aber auch die Beschränkung auf Hochrisikopatienten, die Art der Vergleichsdiät oder andere Formen von Selektionsbias sein. Ioannidis sieht deswegen die Zeit für randomisierte Megastudien gekommen. "Definitive Antworten erhalten wir nicht mit einer weiteren Million Beobachtungsstudien oder kleinen randomisierten Studien."

Nur mit riesigen Langzeitstudien unter randomisierten kontrollierten Bedingungen wird es letztlich möglich sein, herauszufinden, mit welcher Ernährung sich die Mortalität senken lässt. Solche Studien sind extrem aufwendig und teuer. Am Ernährungsverhalten insgesamt werden sie vermutlich trotzdem nicht viel ändern.

Bitte hier weiterlesen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kran…positas#comment

Interessant sind auch die Lesekommentare dazu:

Leserkommentare [2]
[14.02.2014, 12:48:55]
Dr. Thomas Georg Schätzler
Mit dem Wurst z i p f e l geht es noch lange nicht um die Wurst?
Herzlichen Dank an die ÄZ-Autorin, Beate Schumacher, für ihre kritische Übersicht. Ich möchte die von ihr angesprochene Problematik an einem Beispiel verdeutlichen:

Die "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" (EPIC) Studie mit knapp 450.000 Teilnehmern/-innen ergibt nichts als ein dichtes Gestrüpp von unüberschaubaren und in sich widersprüchlichen Ergebnissen. Ernährungsgewohnheiten lassen sich auch durch detaillierte Fragebögen immer nur r e t r o s p e k t i v und n i c h t prospektiv erfassen. Deshalb bleiben bei EPIC alle Ausgangshypothesen beliebig vorformuliert, die Ergebnisdiskussionen an eigenen Studieninteressen orientiert und die Schlussfolgerungen somit invalide.

Bitte hier weiterlesen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/kran…positas#comment


:)
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