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PandoraH

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  • »PandoraH« ist der Autor dieses Themas

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Samstag, 2. Februar 2013, 17:22

Lymphknotentransplantation, Lymphkollektortransplantation und andere Verfahren

zur chirurgischen Behandlung des chronischen sekundären Lymphödems

Viele Patienten haben, wenn sie z. B. mit der Diagnose Krebs konfrontiert werden, keine Vorstellung von den Folgen einer Lymphbahnunterbrechung bzw. den Auswirkungen der fehlenden Lymphknoten. Kaum wegen der Krebserkrankung operiert, stellt sich schnell ein Lymphödem ein, das – trotz intensiver konservativer Therapie (KPE, weitere Infos siehe DGL ) - zum lebenslangen schwierigen Begleiter wird und nicht selten zur weiteren Morbidität führt.

Da ich damals - als ich aus diesen Gründen sehr verzweifelt war wegen meines unweigerlich fortschreitenden Lymphödems und im Prinzip nur rein zufällig auf die Lymphchirurgie bzw. Dr. Felmerer an der Uniklinik Göttingen aufmerksam wurde - feststellen musste, dass die wenigsten niedergelassenen Ärzte über die Möglichkeiten der Wiederherstellung informiert sind, habe ich mir quasi die Aufklärung darüber auf die Fahne geschrieben und hier im Forum tolle Unterstützung für mein Anliegen gefunden.

Deshalb erkundige ich mich, wenn ich wie kürzlich in Göttingen zur Kontrolle oder Behandlung bin, stets nach der Entwicklung der Lymphchirurgie. Im Mai 2012 hatte ich ja schon berichtet, dass die Anfänge der Lymphknotentransplantation in Göttingen bereits gemacht sind: Lymphgefäßtransplantation erfolgreich verlaufen
Nun kann ich berichten, dass dieses Verfahren erfreulicherweise weiter modifiziert wurde und bei z.B. Mamma Ca. Patientinnen ein kl. Lymphknotenbündel mit bis zu ca. 10-12 Lymphknoten incl. Gefäßen (aus dem Kopfbereich, wo sich sehr viele Lymphknoten befinden, deren Entnahme durch einen lymphologisch geschulten plastischen Chirurgen für die Patientin unproblematisch ist sowie relativ 'kosmetisch unauffällig') zum Ort des Defekts gebracht und ein Anschluss an ein anderes Lymphabflussgebiet geschaffen wird. Dadurch kann der mit Lymphlasten überschwemmte, gestaute Ort der OP-geschädigten Lymphbahnunterbrechung wieder entlastet und somit entödematisiert werden, so dass in den meisten Fällen schon während des Krankenhausaufenthaltes eine Verschlankung des Arms eintritt (oder in anderen Fällen anderer Extremitäten) und damit auch eine Schmerzreduktion.

Die stigmatisierende und leider stark bewegungseinschränkende Kompressionsbestrumpfung sowie die belastenden MLD-Termine, die vielen Krebsbetroffenen eine Krankheitsbewältigung erschweren, werden in den meisten Fällen recht bald überflüssig, wenn die OP frühzeitig genug - nach Versagen der konservativen Therapie - durchgeführt wird.

Aber auch Patienten/-innen in weiter fortgeschrittenen Stadien, bei denen das Lymphsystem-schädigende Ereignis schon länger zurückliegt, können von einer wiederherstellenden OP durchaus profitieren, wenn ein Fortschreiten der Gewebeveränderung aufgehalten, die Schwere und Umfänge des Armes/Beines und u.a. auch MLD-Termine reduziert, Begleiterkrankungen (z. B. Erysipel) des Lymphödems vermieden werden können und, wenn ein vollkommener Verzicht der Kompressionsbestrumpfung nicht möglich ist, evtl. zumindest auf geringere Kompressionsklassen oder andere -modelle ausgewichen werden kann.

Ein weiterer Meilenstein auf dem Gebiet der Lymphchirurgie wurde an der Uniklinik Göttingen durch Dr. Felmerer erreicht, dem ich persönlich durch die gehabte Lymphgefäßtransplantation: Autologe Lymphgefäßtransplantation - Erfahrungsbericht sehr viel zu verdanken habe, und der sich zum Wohle seiner Patienten kontinuierlich für lymphologisch abgesicherte Verfahren und Verbesserungen in der Wiederherstellung von Lymphbahnunterbrechngen und anderen Defekten einsetzt.

Bei Krebspatienten (vor allem nach Mamma Ca. / Brustkrebs) kann überdies eine auf lymphologische Aspekte abgestimmte Wiederaufbauplastik / Brustplastik vorgesehen werden.

Da es von der Art und Weise sowie der Lokalisation (Arm, Bein, Kopf, Rumpf) des Defektes abhängt, welches Verfahren:

  • Lymphgefäßtransplantation / Lymphkollektortransplantation
  • Lymphknotentransplantation / Lymphknotenbündeltransplantation
  • lympho-venöse Anschlüsse / Anastomosen, Shunts
  • Geweberesektion, Lympholiposuktion
  • oder einer Kombination verschiedener Techniken

für den individuellen Fall das am besten geeignete darstellt, befindet sich jede/-r Ödempatient/-in bei PD Dr. Felmerer in den allerbesten Händen, der als geschulter spezialisierter Lymphologe und plastischer Chirurg / Mikrochirurg über jahrelange Erfahrungen und Erfolge auf diesem Gebiet verfügt.

Obwohl Göttingen schon in der Mitte unserer Republik liegt und somit gut erreichbar ist, lohnt sich selbst der weiteste Weg, um sich über Möglichkeiten und Voraussetzungen zur Verbesserung oder im günstigsten Fall Heilung des sekundären Lymphödems zu informieren.

Ich habe es als Krebs- und Ödempatientin selbst erfahren können, wie wichtig und hilfreich es ist, von lymphologischen Spezialisten behandelt zu werden!

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Bericht über Lymphknoten-Transplantation in der Uniklinik Göttingen
- Vorsicht, OP-Bilder! -
aus der Zeitschrift Lymhe & Gesundheit 1/2013:

http://www.lymphe-und-gesundheit.de/down…eit_01-2013.pdf
Viele Grüße
Pandora

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus, ist nicht Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat - ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“
(Vaclav Havel)

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