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  • »Claudinchen21« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 20

Registrierungsdatum: 14. Januar 2009

Beruf: Hausfrau

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1

Freitag, 9. April 2010, 00:38

Trauer....

Hallo zusammen,

erstmal an alle: ICH FÜHLE MIT EUCH!

Ich muss jetzt mal hier schreiben, denn im Moment geht mir einiges durch den Kopf, belastet mich...

Mein Freund starb am 19.03.2010 durch einen Motorradunfall... Dicke Steine wurden ihm wahrscheinlich zum Verhängnis... Leider habe ich das Moped finanziert, aber ich weiß auch, dass es Schicksal ist und er sonst wahrscheinlich anders gestorben wäre...

Leider bekam ich gestern und heute Mails und Anrufe von seiner Mutter:

Ich bin mit Schuld an seinem Tod weil ich das Motorrad finanziert habe, er hätte mich nicht geliebt (wegen meinem Lipödem) und ich wäre nur die "Finanzspritze" für ihn gewesen... Hätte ich ihm das nicht gekauft, hätte er mich abgeschoben...

Das trifft einen sehr hart, auch wenn ich weiß, dass das nicht stimmt... Auch seine besten Freunde haben mir das bestätigt (das es falsch ist)...

Aber ich frage mich: WIESO? Wieso muss ich sowas schweres ertragen? Wieso musste mir der Mann genommen werden, der mich aus meinem Loch geholt hat, der mich aufgebaut hat (wegen meiner Krankheit allein schon), der mich so geliebt hat wie ich bin und der alt mit mir werden wollte? WIESO?

UND wieso werden einem dann noch solche Sachen an den Kopf geknallt... Mein Freund würde dass auch nicht wollen, er wusste, dass ich zu lieb bin für die Welt, aber er war stolz auf mich und ihm war es peinlich, weil ich ihm viele Dinge finanziert habe... Aber aus Liebe, nicht aus Geldgier!
1. Lipo FNK Düsseldorf:
OS innen, außen, Knie: 7,3 Liter

2. OP OS hinten und Waden: 8 Liter

Lilith

Meister

Beiträge: 159

Registrierungsdatum: 14. Januar 2007

Wohnort: Roßdorf

Beruf: Sachbearbeiterin Beschaffung

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2

Freitag, 9. April 2010, 08:16

Hallo Claudinchen21 fühl dich ganz lieb gedrückt.
wahrscheinlich kann keiner fühlen, was du momentan empfindest.
Jeder erlebt Trauer anderster und muss diese auch anderster verarbeiten.
vielleicht meint es seine Mutter nicht so (nicht das ich sie in schutz nehmen möchte) nur jeder verarbeitet Trauer anderster.
Manche suchen einen schuldigen. Nur hart, das du es sein sollst.
Versuch dir nicht die schuld zu geben, niemand kann das schicksal beeinflussen.
Die Frage nach dem Wieso, kann dir wahrscheinlich keiner beantworten. Jedem, dem so etwas schlimmes wiederfahren ist stellt sich immer wieder die gleiche Frage, warum, wieso, weshalb gerade ich...
Auch wenn es sich jetzt doof anhört, versuch dich nicht einzuigeln.. versuch über deine Trauer zu sprechen und über deine anderen Gefühle, wenn nicht sogar mit professioneller Hilfe...

Wenn du reden magst, ich denk jede hier ist für dich da

Liebe Grüße
Julia
Carpe Diem 1 Lipo - 02.07.2010 OS+US außen, ca. 2,5 ltr. fett!!! :jubel:
2 Lipo - 26.01.2011 OS+US innen, ca. 3,5 ltr. fett!!! :jubel: :jubel:

Antonia

Fortgeschrittener

Beiträge: 23

Registrierungsdatum: 25. März 2010

Wohnort: Bonn

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3

Freitag, 9. April 2010, 09:21

Hallo Claudinchen21,

mir fehlen die Worte. Es ist wirklich hart, was du gerade durchmachst. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass da die Worte der Mutter gerade nicht so gut kommen. Als ich mich damals von meinem Freund getrennt habe lag dessen Vater im Krankenhaus und es war nicht klar, ob er das übersteht. Und da musste ich mir auch ähnliche Aussagen der Mutter gefallen lassen, wie ich denn nur jetzt gehen könnte. Das was du dir da anhören musst ist ja nochmal eine Nummer härter zumal es beim Tod des Partners, anders als bei der Trennung, keine Wahlmöglichkeit gibt. Was ich sagen will: Wichtig ist, dass du dir auf keinen Fall einreden lässt, dass sein Tod deine Schuld ist!!! Denn, das sehe ich wie du, hättest du ihm das Geld nicht gegeben hätte er es irgendwie/irgendwo anders herbekommen, wenn er unbedingt ein Motorrad haben wollte. Und was die Mutter angeht sehe ich das ähnlich wie Lilith: jeder trauert anders und Hass/Abneigung/Wut/Schuld auf andere schieben ist für die meisten von uns einfacher als zu akzeptieren, was passiert ist und versuchen die Trauer zu verarbeiten und einen Weg zu finden mit der neuen Situation zu leben. Insofern kann ich nur sagen: Lob an dich, dass du dich mit der Situation auseinander setzt, z.B. indem du hier schreibst. Ich denke, dass du der Mutter vielleicht schon einen Schritt voraus bist, indem du nicht versuchst andere dafür verantwortlich zu machen. Und dass du dich fragst: Warum? Warum ich? ist nachvollziehbar. Wer von uns würde das nicht tun? Eine Freundin hat mir damals mal gesagt: Man bekommt nur die Aufgaben auferlegt, die man auch bewältigen kann. Ich weiß, dass hört sich im Moment nicht so toll an. Aber mir hat es geholfen für mich selbst Gewissheit/Sicherheit zu bekommen, dass ich auch schwierige Situationen meistern kann.

Wie Lilith schon gesagt hat: versuch dich nicht einzuigeln, hör nicht auf dein Leben mit der neuen Situation weiter zu leben. Irgendwann wird es besser werden.

Du schaffst das!

Liebe Grüße
Antonia

Karo

Erleuchteter

Beiträge: 848

Registrierungsdatum: 12. Februar 2007

Wohnort: NRW

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4

Freitag, 9. April 2010, 10:04

Guten Morgen Claudinchen,

zunächst einmal möchte ich dir mein Beileid aussprechen. Im Bezug auf den Verlust eines geliebten Freundes wüsste ich ansonsten erst einmal nicht, was ich dir sonst noch sagen könnte.

Was seine Mutter angeht - da könnte es passieren, dass du nicht ganz mit mir einer Meinung bist, aber ich versuche es trotzdem mal. Nicht nur du, auch seine Mutter trauert. Gewiss, sie ist ungerecht, aber dein Freund war auch ihr Sohn und der Tod ist eine Trennung, die niemand aufheben kann.

Trotz deiner tiefen Trauer ist es aber wichtig, ihr eine Grenze zu setzen, denn sonst könnte passieren, das sich das zu einem Selbstläufer entwickelt. Der Umstand, der zu dem Unfall geführt hat, liegt nicht in deiner Schuld und ich würde mich an deiner Stelle auch gegen eine solche Anschuldigung wehren.

Warte eine Weile, damit auch die Mutter ihre Trauer ordnen kann. Dann würde ich es mit einem netten Brief versuchen, der neben einer Beileidsbekundung auch von eurer Liebe zueinander berichtet. So hast du die Möglichkeit Kontakt aufzunehmen, ohne unterbrochen zu werden.

Was die Finanzierung des Motorrades angeht, da wird über kurz oder lang jeder nachvollziehen können, dass diese nicht die Ursache war. Meistens liegt die Ursache im Zusammenspiel vieler Dinge, die zum Zeitpunkt eines Unfalls aufeinander treffen. Daher solltest du dringend Abstand davon nehmen, dir irgend eine Schuld aufladen zu lassen, oder selbst so lange zu gründeln, bis du eine vermeindliche Schuld findest. Viele Dinge passieren auch, obwohl jemand alles richtig gemacht hat.

LG Karo
Tapferkeit ist das Vermögen und der überlegte Vorsatz,
einem starken, aber ungerechten Gegner Widerstand zu leisten.
(Immanuel Kant)

  • »Claudinchen21« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 20

Registrierungsdatum: 14. Januar 2009

Beruf: Hausfrau

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5

Samstag, 24. April 2010, 01:18

danke für eure antworten... es ist einfach immer noch schrecklich. 6 wochen und 1 tag ist es her und ich kann es immer noch nicht glauben...

mein schatz war echt der erste, der hinter mir stand, mein selbstbewusstsein wieder aufgebaut hat und hinter meiner krankheit stand.. er hat mir geholfen mit dem ganzen mist klar zu kommen und grade in der woche hat er noch gesagt, dass er mir immer helfen wird und wir das zusammen packen...

daher ist es umso schlimmer, dass genau dieser wichtige mensch von mir gegangen ist... grade bei unserer krankheit ist es nicht immer leicht und dann noch sowas...
1. Lipo FNK Düsseldorf:
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